Infos zu den Auslandshunden

Allgemeine Informationen zu Hunden
aus der Tötungsstation

Diese Hunde sind meist sehr lieb und freundlich!
Meist lieben sie Kinder und andere Hunde, oft sind sie Katzenverträglich.

Die Hunde hatten das Pech, dass ihre Besitzer, sie schlecht versorgt und vielleicht misshandelt haben.
Oder sie sind in der Tötung geboren worden und kennen kein anderes Umfeld.

In Spanien ist es weit verbreitet Hunde an der Kette zu halten – auf jeden Fall außerhalb des Hauses.
Selten kennen die Hunde ein Leben in einem Haushalt – die Hunde sind aber sehr froh über ein Hundebett, ausreichend Futter/Wasser und jemanden der sie lieb hat.

Unsere spanischen Pensionen schätzen ein, ob sich ihr Hund mit anderen Artgenossen verträgt.
Dies ist allerdings keine Garantie, dass der Hund jeden anderen Hund mag und sich mit dem anderen Hund im Haushalt versteht.

Die Hunde brauchen Zeit um sich hier einzuleben.
Die Zeit in Spanien, in der Tötungsstation, der Hundepension, der Transport und was sie evtl. vorher Schlechtes erlebt haben, verunsichern die Hunde zutiefst, so dass man viel Geduld haben muss.

Die Hunde können anfangs ängstlich sein, dann sollte man den Hund einfach in Ruhe lassen!
Nach kurzer Zeit nehmen die Hunde selbst Kontakt auf, dies muss man besonders Kinder und Erwachsenen klar machen, die den Hund gerne streicheln bzw. willkommen heißen möchten!
Lassen sie den Hund in Ruhe – denn er kennt Sie noch nicht und weiß nicht was Sie mit ihm tun – das Vertrauen baut sich nach einiger Zeit von alleine auf.

Manchmal sind die Hunde stubenrein, aber die ersten Tage/Wochen muss man Geduld haben, denn wenn der Hund draußen noch sehr unsicher ist, kann er auch dort auch nicht lösen.

Futter war für den Hund in den letzten Wochen/Monate Mangelware.
Der Hund ist meist unterernährt und stürzt sich auf alles Essbare (das kann auch die Torte vom Sonntagstisch sein).
Auch kann es sein, dass anfänglich Futterneid vorhanden ist, da ist es am besten dem Hund einen ruhigen Platz zum Fressen zu zuweisen – ihn in Ruhe zu lassen und nebenbei im Alltag Leckerli aus der Hand zu füttern, bis der Hund die Sicherheit hat, dass ihm niemand etwas wegnimmt und Futter im Überfluss vorhanden ist.

All diese Dinge brauchen Zeit.
Man muss bedenken, man adoptiert eine geschundene Seele,
die wieder heilen wird, aber diese Zeit muss man dem Hund geben.

In Spanien geht so gut wie niemand mit dem Hund Gassi: oft kennen die Hunde keine Leine, kein Geschirr, kein Halsband.

  • Wie nähere ich mich dem Hund, bzw. lege ich Halsband und Geschirr an:
  • Man sollte immer neben dem Hund in die Knie gehen – nie über ihn beugen!
  • Erst Recht nicht, wenn der Hund seinen Platz in einer Ecke hat oder nach hinten nicht weg kann denn das ist eine Droh-Geste und kann den Hund so verunsichern, dass er abschnappt (nicht beißt, sondern in die Luft schnappt, was in der Hundesprache heißt: „Geh weg, du bist mir unheimlich!“)

Deshalb ist es wichtig, dass die Menschen, die einen Hund aus einer Notsituation aufnehmen, geduldig und einfühlsam sind.

Das Hundebett sollte in einem Raum stehen, wo der Hund zwar alles mitbekommt, aber trotzdem in Ruhe gelassen wird.
Das Hundebett sollte für den Hund ein Rückzugsort sein!

Einen Pflegehund nehmen heißt nicht ;
ich probiere mal, ob er mir gefällt und der Hund dann beim ersten Fehler wieder weg muss –

Pflegestelle sein heißt:

  • Ich nehme einen Hund auf, lerne mit ihm die ersten Dinge und behandele ihn wie meinen eigenen Hund, bis eine Familie kommt, die zum Hund passt. (Dies kann nur wenige Tage, aber auch Monate oder Jahren dauern.)
  • Der Hund hat nichts davon, wenn Sie ihn beim ersten Fehler wieder abschieben oder hysterisch werden.
    Es ist ihre Verpflichtung, diesem Lebewesen den besten Start zu ermöglichen.

Wenn die Hunde endlich jemanden gefunden haben, der sie liebt und umsorgt, können auch extreme Verlustängste entstehen (Jaulen, Angst vorm alleine bleiben, Zerstören von Möbeln und Türen, Zerkratzen von Türrahmen), all diese Dinge können passieren und das sollte den Menschen bewusst sein – Pflegestellen und den Endstellen.

Wichtig beim Lernen vom Alleine bleiben:

  • Man muss dem Hund die Sicherheit vermitteln, dass man immer wieder zurückkommt.
  • Ein ausgedehnter Spaziergang, danach Futter, danach Kauknochen.
  • Dann sage ich den Satz: z.B. Frauchen geht arbeiten
  • Beim ersten Mal geht man nur den Müll runtertragen
  • Beim nächsten Mal kurz Einkaufen
  • Dann vielleicht mal bei der Nachbarin zum Kaffee

Alleine bleiben muss geübt werden, die Hunde bekommen einen Schock, wenn der wunderbare Mensch einfach verschwindet für vielleicht 8 Stunden.
Auch das sollte für jeden Menschen logisch sein.
Diese Hunde machen nichts aus böser Absicht, oft ist es eine ganz logische Reaktion auf eine unachtsame Handlung des Menschen.

Des weiteren können die Hunde auch etwas zerstören,

  • dass Hundebett zerkauen,
  • Schuhe zerlegen,
  • Blumentöpfe und Garten umgestalten – alles Mögliche.

Wenn man einen Hund nach Hause bekommt, ist es ratsam, Schuhe, Fernbedienungen, Deko etc. wegzuräumen, um den Hund gar nicht auf dumme Gedanken zu bringen.

Wenn sie einen Hund zu ihren bestehenden Tieren aufnehmen möchten, können wir sagen, oft klappt es sehr gut – Katze und Hund finden zueinander oder Hund zu Hund.
Aber auch das braucht Geduld und eine gewisse Zeit.

Zusammenführung von Hunden:

  • Hunde werden nie im Garten oder im Haus oder in der Wohnung zusammengeführt.
  • IMMER BEIM SPAZIEREN GEHEN !!!!
  • ALLES ANDERE FORDERT KÄMPFE HERAUS !

Deshalb immer zuerst eine Runde mit den Hunden gehen –
dann geht der Besitzer zuerst durch die Tür – nicht der erste nicht der zweite Hund.

Der Besitzer muss die Hunde im Auge haben, denn sie kennen sich nicht.
Mit entspannter Autorität bringt man Ruhe ins neue Rudel.
Es kann manchmal Wochen dauern, bis die Hunde sich lieben oder tolerieren.
Ebenso ist das gegenseitige Ignorieren völlig ok, denn das ist ein guter Einstieg für ein späteres Team.
Auch das heißt nicht, dass sich die Hunde nicht mögen, sondern nur eine respektvolle Art ist, miteinander umzugehen.

Den neuen Hund immer doppelt sichern – mit Halsband + Geschirr miteinander verbunden mit einem Karabiner oder einer Leine.

Hund und Katze
Sollte der Hund ihre Katzen jagen, spricht nichts dagegen zeitweise mit Maulkorb zu arbeiten bis der Hund und die Katze einen Umgang gefunden haben (damit sind Lerneinheiten gemeint – kein Dauereinsatz )

Was das Allerwichtigste ist wenn Sie einen Hund aus der Tötungsstation adoptieren
oder in Pflege nehmen…

  • Sie helfen ihm nur, wenn sie sich dieser ganzen Punkte im Klaren sind
  • ansonsten sollten sie mit Spenden, Patenschaften oder ähnlichem helfen.
  • Sie müssen sich 100%ig sicher sein, dass Sie an Macken arbeiten wollen, die Ruhe haben um dem Hund liebevoll aber verständlich Grenzen zu setzen.
  • Sie müssen sich 100 %ig sicher sein, dass Sie diesem Hund wirklich eine Chance geben möchten und das auch durchziehen( wenn nötig mit Hundetrainer )

Sie übernehmen in dem Moment der Zusage die Verantwortung für ein Lebewesen, welches komplett abhängig von ihnen ist – Sie müssen sich dessen bewusst sein – und auch dementsprechend handeln.

Ich kann ihnen aus eigener Erfahrung sagen: einen Hund aus einer Notsituation zu holen, mit dem Hund durch Dick und Dünn zu gehen – auch die ersten Schwierigkeiten zu meistern – spannt ein Band zwischen ihnen und dem Hund und das kann niemand durchtrennen. Der Stolz und die Liebe die man fühlt und die Zuneigung, die man zurück bekommt, bereichern das Leben.

Deshalb bitte ich Sie – lesen Sie diesen Text noch einmal aufmerksam durch.

Überlegen Sie genau !

Wenn Sie sich dazu entscheiden einen Hund aufzunehmen,
werden Sie zwei Leben glücklich machen ( ihres und das von ihrem Schützling ).

Wenn Sie der Text aber abschreckt, dann lassen Sie es,
helfen Sie mit Teilen und/oder finanzieller Unterstützung!

Wenn Sie unsicher sind, adoptieren Sie bitte keinen Hund
und nehmen Sie auch keinen zur Pflege,
das hilft weder dem Hund, noch werden Sie damit glücklich.

Wenn Sie einem dieser Hunde eine Chance geben möchten,
dann tun Sie es bitte, denn diese Hunde haben es mehr als verdient.

Bitte bedenken Sie, die Schutzgebühr wird niemals die Kosten der Rettung der Hunde aus Spanien tragen, aber sie hilft den Tierschützern, weitere Hunde zu retten!!!

Die Hunde sind kastriert, bekommen die Tollwutimpfung, eine Kombiimpfung, sie werden entwurmt, bekommen einen Chip + EU-Heimtierausweis, werden auf Mittelmeerkrankheiten getestet und werden mit einem zugelassenen Transporteur legal nach Deutschland gebracht.

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